Tariferhöhung leider kein Aprilscherz

Auf diese Überraschung hätte man gerne verzichtet. Pünktlich zum Ostermontag wurden zahlreiche Handy- und Internettarife deutlich teurer.

Grund dafür sind vertraglich vorgesehene Preisanpassungen, die an die Inflation gekoppelt sind. Einer Untersuchung des Vergleichsportals durchblicker zufolge betragen die jährlichen Mehrkosten für Mobilfunkverträge durchschnittlich rund 19 Euro sowie 30 Euro für das Internet. Etwa die Hälfte aller Handytarife und zwei Drittel aller Internettarife seien davon betroffen.

Doch viele Verbraucher:innen scheinen das Heft des Handelns nun stärker in die eigenen Hände nehmen zu wollen: Vor dem Hintergrund der Preiserhöhungen sei die Zahl der Tarifvergleiche im Mobilfunk- und Internetbereich sprunghaft gestiegen. Allein im ersten Quartal verzeichnet das Portal einen Anstieg der Abfragen um das 2,5fache gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Nach früheren Umfragedaten von durchblicker wechselt jede:r Sechste regelmäßig den Handyanbieter. Zudem hätten vier von zehn Haushalten (42 Prozent) zumindest schon einmal den Internetanbieter gewechselt. Die Wechselraten bei Mobilfunk und Internet seien demnach so hoch wie in keinem anderen Fixkostensegment gewesen.

Wechselersparnis

„Für alle, die gewechselt haben, hat sich der Umstieg deutlich gelohnt“, sagt Jonas Maurer, durchblicker-Experte für Telekommunikation. Im Durchschnitt sind nach Berechnung des Tarifvergleichsportals die Jahreskosten für Haushalte, die von der Inflationsanpassung betroffen sind, seit 2020 um 76 Euro pro Handyvertrag und für den Internet-Zugang um 101 Euro gestiegen.

Für Neukunden dagegen hätten viele Betreiber, nicht nur die Diskontanbieter, die Tarife im selben Zeitraum teils deutlich gesenkt. „Wer seit 2020 regelmäßig den Anbieter gewechselt hat, zahlt deshalb heute im Durchschnitt für Handy und Internet im Jahr bis zu 402 Euro weniger als damals“, so Maurer. Allerdings: „Es besteht kein Sonderkündigungsrecht bei Indexanpassungen. Wer innerhalb der Vertragslaufzeit ist, kann nicht einfach wechseln.“

Wenn man vertraglich nicht an seinen aktuellen Anbieter gebunden ist, empfiehlt durchblicker-Experte auch in diesem Jahr wieder einen Vertragswechsel. Aktuell würde ein Anbieterwechsel je nach Nutzerverhalten die Handykosten jährlich um 110,40 Euro bei Tarifen für Geringverbraucher:innen reduzieren. Gerechnet auf eine Vertragsbindung von 24 Monaten läge die Ersparnis der Effektivkosten somit bei 221 Euro. Power-User könnten ihre jährlichen Effektivkosten um bis zu 312 Euro reduzieren. Bei den Internetkosten lägen die möglichen Einsparungen bei bis zu 571 Euro jährlich.

Zudem weist das Portal darauf hin, dass es für fast alle Bedürfnisse mittlerweile auch Tarife ohne Inflationsanpassung gebe. Auf durchblicker.at könne man gezielt danach suchen. Nur Angebote für Power-User ohne Inflationsanpassung, wie etwa unlimitierte 5G-Tarife, sucht man am Markt derzeit noch vergeblich.